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Schon der Physiker Pascual Jordan sprach 1963 in dem vielbeachteten Buch Der Naturwissenschaftler vor der religiösen Frage vom "Abbruch einer Mauer" - nämlich jener Mauer, die im ausgehenden 19. Jahrhundert nicht nur im antireligiösen Monismus eines Ernst Haeckel, sondern auch in der wissenschaftshistorischen Aufarbeitung des "Kampfes" zwischen christlicher Religion bzw. dogmatischer christlicher Theologie einerseits und schließlich obsiegender rationaler Naturwissenschaft andererseits von einem J. W. Draper und einem A. D. White errichtet wurde, deren Werke noch heute gedruckt und gelesen werden und in deren Tradition letztlich auch die moderne Wissenschaftstheorie steht, insofern sie den Grad der Wissenschaftlichkeit mitbestimmt sein läßt von dem Maß der "Emanzipation" der Naturwissenschaft von Religion und Theologie. Inzwischen besteht aber sowohl seitens der Theologie als auch seitens der Naturwissenschaft eine zunehmende Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, um eine Harmonisierung theologischer und naturwissenschaftlicher Aussagen zu erwirken, um eine Vereinbarkeit naturwissenschaftlicher und theologischer Erkenntnisse aufzuweisen - oder auch nur, um in einem Rückgriff auf den vor- und nachwissenschaftlichen Zusammenhang des alltäglichen Lebens eine Korrespondenz von religiösem Glauben und rationaler Naturerkenntnis erfahren zu können. Die Frage nach Beziehung und Verhältnis von Religion/Theologie und Naturwissenschaft, die nicht mehr unbedingt als "Konflikt" gesehen werden müssen und es über Jahrhunderte ja auch nicht gewesen sind, erhält so einen neuen Hintergrund und Ausgangpunkt, vor dem bzw. von dem aus sie neu zu überdenken ist und auch die Quellen im jeweiligen historischen Kontext (einschließlich der Zeitgeschichte) neu zu befragen und zu interpretieren sind. Hierfür soll die Reihe ein nach allen Seiten offenes Forum bilden.


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