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Reinhard Rode
Kluge Handelsmacht
Gezähmte Liberalisierung als Governanceleistung im Welthandelsregime GATT/WTO
Reihe: Liberale Internationale Politische Ökonomie
Bd. 3, 2006, 264 S., 29.90 EUR, 29.90 CHF, br., ISBN 3-8258-9792-3


Das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT und die Welthandelsorganisation WTO wurden häufig als bewährte, aber schwache Arenen der Governance des Welthandelssystems eingestuft. Das komplizierte Entscheidungssystem - ein Land eine Stimme, ob groß oder klein - ist meist als notorische Schwäche des Welthandelsregimes bewertet worden. Die Geschichte des GATT mit seinen gezähmten Liberalisierungs- und Ordnungsleistungen und die Regimeerweiterung hin zur WTO stehen in eindeutigem Widerspruch zur Schwächeerwartung. Ein schwaches Regime aus nunmehr 148 formal gleichberechtigten, disparaten Mitgliedsstaaten kann also durchaus starke Ergebnisse produzieren. Das deutet auf ein kleines "Governancewunder" hin, das kluge Handelsmacht anzeigt. Diese Leistung war im GATT von den USA und der EG in einem zänkischen Duopol erbracht worden. Die atlantisch geprägte Gruppenhegemonie hat in Hinterzimmern mühsam, aber erfolgreich immer wieder Handelsrunden zu Ende gebracht, die aussichtslos vor sich hin zu dümpeln drohten. Mit der Doha-Runde der WTO wird versucht diese mühsame Erfolgsgeschichte fortzusetzen. Die Beteiligung von führenden Schwellen- und Entwicklungsländern an einer erweiterten informellen Führungsgruppe hat den Kooperationsanreiz für neue aufstrebende Handelsstaaten zwar erhöht, aber zugleich den Verhandlungsprozess und die Kompromissbildung verkompliziert.





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