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Kristin Witte
Unangemessen und instabil
Die Konstruktion der Diagnose 'Borderline-Persönlichkeitsstörung' als Zusammenspiel von Diskurs und Erfahrung
Reihe: Geschlecht - Kultur - Gesellschaft. Gender - Culture - Society
Bd. 19, 2015, 192 S., 29.90 EUR, 29.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-13163-8


Seit 1980 soll die ,Borderline-Persönlichkeitsstörung' ein "tiefgreifendes Muster von Instabilität" bei vornehmlich weiblichen Betroffenen beschreiben. Die vorliegende Arbeit eröffnet eine kritische Perspektive auf diese Diagnose. Mithilfe der theoretischen Ansätze von Michel Foucault und Judith Butler werden insbesondere autobiographische Erfahrungsberichte sowie Selbsthilfebücher analysiert. Dabei wird verdeutlicht, wie einerseits Geschlechternormen und andererseits dialogische Aushandlungen sowie (sprachliche) (Re)Inszenierungen Vorstellungen von Normalität und Abweichung formen. Gleichzeitig verortet die Arbeit die 'Borderline-Persönlichkeitsstörung' in (historischen) Diskursen um ähnlich vergeschlechtlichte psychiatrische Diagnosen und zeigt, dass die 'Störung' in ihrer aktuellen Gestalt auch ein Ergebnis der Durchsetzung einer medizinisch-neurobiologisch orientierten diagnostischen Psychiatrie ist.

Kristin Witte ist Genderwissenschaftlerin und Historikerin.





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