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Michi Knecht, Scout Burghardt, Anna Frederike Heinitz, Sebastian Mohr (Hg.)
Samenbanken - Samenspender
Ethnographische und historische Perspektiven auf Männlichkeiten in der Reproduktionsmedizin
Reihe: Berliner Blätter: Ethnographische und ethnologische Beiträge
Bd. 51, 2011, 208 S., 19.90 EUR, 19.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-10622-3


Samenbanken markieren offensichtlicher als andere Institutionen im Bereich assistierter Reproduktion eine "Kommerzialisierung von Fortpflanzung". Die Spermien junger Männer werden gesammelt, in ihrer Morphologie, Beweglichkeit und Qualität bestimmt, auf Krankheiten getestet, in tief gefrorenem Zustand gelagert und nach bestimmten Regeln verkauft und weitergegeben. Männlicher Samen ist damit zu einem Prototyp kommodifizierbarer Körpersubstanzen geworden. Doch wie verändert die medizinisch-diagnostische Klassifikation von Samen Männlichkeitsbilder und Selbstkonzepte? Wie prägen spezifische Muster der Nachfrage, ethische Debatten und rechtliche Regulierungen die Vorstellung einer qualitativ guten Samenspende? Und welche Ideen von Männlichkeit und Vaterschaft, Rationalität und Verantwortung entstehen dabei? Die Beiträge dieses Buches nutzen historische und ethnographische Zugänge, um zu zeigen, wie sich in der Samenspende moralische, kommerzielle und soziale Ökonomien verbinden und dabei Widersprüche erzeugen. Im Zentrum des Interesses steht der Zusammenhang von Männlichkeiten und Reproduktionstechnologien, der in Bezug auf das Selbstverständnis von Spendern untersucht wird, aber auch in den Regulationspraktiken von Samenbanken, in den Bildern, die lesbische Frauen von Samenspendern entwerfen sowie in Medienrepräsentationen.





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