Zwei Buchpräsentationen der Reihe “Zürcher Italienstudien”

Donnerstag, 03. Dezember 2020, 18:30 Uhr
Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum
Stadelhoferstrasse 12, 8001 Zürich

In Anwesenheit der Autoren Sabina Bellofatto und Carlo Moos wird Anlass zur Diskussion über die vielschichtige italienisch-schweizerische Migrationsgeschichte gegeben.

Zu den Büchern:
In der Schweiz der Nachkriegszeit war die Haltung gegenüber den kulinarischen Einflüssen aus Italien geprägt vom Gegensatz zwischen der Attraktivität von "Bella Italia" und "Dolce vita" auf dem gedeckten Tisch und dem Gefühl von Bedrohung durch die italienischen Migrantinnen und Migranten, die als "fremde Menschen" in Wohnbaracken mit seltsam anmutenden Lebensgewohnheiten wahrgenommen wurden. Die Studie rekonstruiert die Geschichte der italienischen Küche in der Schweiz und illustriert am Beispiel der Kulinarik die Dynamik interkultureller Begegnungen.

Der Mailänder Carlo Cattaneo (1801-1869) gehört zu den Grossen des italienischen Risorgimento, wurde aber lange nicht als solcher erkannt. Seine letzten Jahrzehnte nach der gescheiterten Revolution von 1848 verbrachte er im Schweizer Exil und spielte im Tessin als graue Eminenz der Führungsschicht und Propagator von Grossprojekten wie der Gotthardbahn eine bedeutende Rolle, während er das 1859/60 von Cavour geeinte Italien vehement ablehnte. Dieses Buch rückt Cattaneos Schweizer Jahre in den Mittelpunkt und möchte den im deutschsprachigen Raum noch weitgehend unbekannten Lombarden auch hier einführen.

Das andere Risorgimento
Die italienische Küche in der Schweiz