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Michael Ley
Holokaust als Menschenopfer
Vom Christentum zur politischen Religion des Nationalsozialismus
Reihe: Wissenschaftliche Paperbacks
Bd. 15, 2002, 192 S., 18.80 EUR, 18.80 CHF, br., ISBN 3-8258-6408-1


Der Mord am europäischen Judentum unterscheidet den Nationalsozialismus von anderen Formen totalitärer Herrschaft. Fast alle Forschungen über den Nationalsozialismus konnten keine überzeugende Interpretation des Holokaust vorlegen, da er sich konventionellen Erklärungen entzieht.

Das vorliegende Buch unternimmt deshalb den Versuch, den Nationalsozialismus als politische Religion zu definieren. Nicht nur die äußeren Formen öffentlicher Inszenierungen und die Architektur des Nationalsozialismus zeigen seinen religiösen Charakter; der Holokaust selbst wurde von führenden Personen des Nationalsozialismus als heilsnotwendige Tat begriffen. Sie verstanden den Holokaust als apokalyptische Rettung der Menschheit.

In diesem Sinne zeigt sich eine verblüffende Affinität zu den millenaristischen Bewegungen des Mittelalters und der Reformation, die vor allem in Deutschland weit verbreitet waren.

Michael Ley geht der grundlegenden Fragestellung nach, inwieweit in der christlichen Religion apokalyptisches Gedankengut und Judenhaß zusammenhängen und in der europäischen Hochkultur tradiert werden.

Er charakterisiert den Holokaust als ein modernes Menschenopfer auf dem Hintergrund der christlichen Apokalyptik.





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