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Reetta Toivanen
Minderheitenrechte als Identitätsressource?
Die Sorben in Deutschland und die Saamen in Finnland
Reihe: zeithorizonte Perspektiven Europäischer Ethnologie
Bd. 7, 2001, 304 S., 25.90 EUR, 25.90 CHF, br., ISBN 3-8258-5486-8


Europäische Minderheitenbewegungen scheinen gegenwärtig politisch stärker als je zuvor zu sein. Das vorliegende Buch geht der Frage nach, welche Kräfte und Ressourcen Saamen und Sorben als kleinen ethnischen Minderheitengruppen für eine Mobilisierung zur Verfügung stehen. Grundlage ist dabei die Kombination der Auswertung von Feldforschungsmaterial (darunter ca. 60 Interviews mit Aktivisten und Minderheitenvertretern) mit der Analyse des politisch-juristischen Kontextes. Zum einen werden das Selbstbild und die politischen sowie die kulturellen Forderungen und Vorstellungen von Sorben in Deutschland und Saamen in Finnland nachgezeichnet. Zum anderen geht es darum, den rechtlich institutionalisierten Minderheitenschutz als identitätsstiftenden politischen "Hebel" zu begreifen. Kulturelle Rechte, wie sie in den internationalen Menschenrechts- und Minderheitenschutzbestimmungen formuliert sind, spielen für das Selbstverständnis der sorbischen und saamischen Minderheitenorganisationen eine außerordentlich wichtige Rolle. Das internationalen Minderheitenschutzbestimmungen zugrundeliegende Postulat, Minderheiten seien quasi "natürliche" Gruppen, führt dazu, daß diese - um Schutz beanspruchen zu können - auch tatsächlich zu solchen werden bzw. als solche auftreten. Dabei greifen die Aktivisten notwendigerweise auf Vokabular und Grammatik des Nationalismus zurück.

Reetta Toivanen ist Dozentin am Institut für Europäische Ethnolgie der Humbodlt Universität zu Berlin.





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