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Mathias Behne
Harmonie und Konflikt - soziokulturelle Entwicklung auf Taiwan
Eine Untersuchung zum Zusammenhang von Handlungsstrukturen, sozialem Wandel und Konflikt in der Gesellschaft Taiwans mit einem ausführlichen chinesisch-deutschen Glossar
Reihe: Kulturelle Identität und politische Selbstbestimmung in der Weltgesellschaft
Bd. 5, 2000, 496 S., 35.90 EUR, 35.90 CHF, br., ISBN 3-8258-4425-0


Die taiwanesische Gesellschaft gehört wegen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, ihres weltpolitischen Stellenwerts, der prekäre und privilegierende Momente einschließt, und vor allem wegen ihres gegenwärtigen Demokratisierungsprozesses zu den besonders untersuchenswerten Gesellschaften der Gegenwart. Ihre Insularität bei gleichzeitiger latenter Bedrohung durch die riesige Festlandsmacht konsitituieren ihre Singularität. Der entfachte chinesische Nationalismus, die zunehmende regionale und weltpolitische Bedeutung der Volksrepublik China und ihre Auseinandersetzung mit den USA um die Dominanz im asiatisch-pazifischen Raum rückt Taiwan mit seinem umstrittenen völkerrechtlichen Status in den Brennpunkt dieses Konflikts, der im Sinne der mehr als 22 Million Taiwanesen einen hoffentlich friedlichen Ausgang haben wird.

Taiwan zeichnet sich darüber hinaus durch besonders komplexe gesellschaftliche Überlagerungsprozesse im Verlauf chinesischer Besiedlung, japanischer Kolonialisierung und der Rolle der Insel als Rückzugsbasis der nationalchinesischen Regierung nach 1949 aus. Die Menschen auf Taiwan haben sich seit 1945 in z. T. blutigen Auseinandersetzungen gegen die ehemals autoritäre Militärregierung behauptet, indem sie sich politische und soziale Rechte erkämpften und eine Demokratisierung der Gesellschaft und des politischen Systems durchsetzten, die den europäischen Gesellschaften in nichts nachsteht. Die formelle Anerkennung dieses kulturellen Prozesses, der erreichten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ziele, ja der Menschen selbst, durch die internationale Gemeinschaft ist längst überfällig.





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