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Ulrich Köhler
Der Chamula-Aufstand in Chiapas, Mexiko
Aus der Sicht heutiger Indianer und Ladinos
Reihe: Ethnologische Studien
Bd. 18, 1999, 544 S., 35.90 EUR, 35.90 CHF, gb., ISBN 3-8258-2646-5


Der jüngste Aufstand in Chiapas reiht sich in eine Kette früherer Erhebungen ein. Die wichtigsten ereigneten sich in den Jahren 1712 und 1869. Letzteren Aufstand behandelt dieses Buch. Ausgangspunkt sind 22 indianische Überlieferungen aus Chamula und vier weiteren Gemeinden, die im jeweiligen Dialekt des Tzotzil transkribiert sind, sowie zwei Versionen von Ladinos.

1867 war zunächst eine neue religiöse Bewegung im Gebiet von Chamula entstanden, die allerdings in einen Aufstand umschlug, als sie unterdrückt wurde. Nach der Niederwerfung verfolgten die Regierungstruppen die Fliehenden mehr als ein Jahr lang im Gebiet verschiedener Indianergemeinden des Hochlandes.

Die mündlichen Überlieferungen vermitteln einerseits zusätzliche Einblicke in das Geschehen aus der jeweiligen lokalen Perspektive und erhärten andererseits wichtige Ergebnisse der neueren historischen Forschung. So gibt es z. B. keinerlei Hinweis auf die weithin verbreitete - und auch in Romanen verarbeitete - Behauptung, die Chamula hätten damals einen Indianerjungen gekreuzigt, um einen eigenen Christus zu besitzen.

Ulrich Köhler ist Direktor des Instituts für Völkerkunde der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.





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