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Klaus E. Müller
Schuld und Sühne
Die Vorgeschichte des Erlösungsglaubens
Reihe: Wissenschaftliche Paperbacks
Bd. 32, 2012, 208 S., 29.90 EUR, 29.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-11753-3


Gläubige Christen sehen die Leidensgeschichte Jesu als einmaliges und einzigartiges Geschehen. Christliche Vorstellungen entwickelten sich in einem bestimmten kulturellen Umfeld. Vieles geht auf orientalische Vorbilder zurück. Mythos und Kult der altorientalischen Korngottheiten vom Typus des Tammuz, Osiris und anderer lieferten die Vorlage für die Leidensgeschichte Jesu. Söhne des Himmelgottes und der Erdgöttin wurden zur Erntezeit getötet, um die Menschen am Leben zu erhalten, und sind doch alljährlich wiederauferstanden. Die Schuld der Menschen schien gesühnt. Um sich des Heilsgeschehens vollends zu versichern, vollzog man den Opfergang des Gottes, den meist ein Jungstier (teils auch ein Mensch) verkörperte, rituell nach. Ein in den Grundzügen gleichförmiges Brauchtum praktizierten alle Agrarkulturen. Sie übernahmen ein Ritual aus den Jägerkulturen weiter. Hier kam einem Bären die Erlöserrolle zu.

Klaus E. Müller, Prof.em. für Ethnologie der Universität Frankfurt/Main.





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